Sonntag, 19. April 2015

Es gibt so viel zu entdecken!




Hallo meine Lieben,
meine letzten Wochen waren geprägt von schönen und spannenden Erlebnissen, die mich erfüllen und glücklich machen.
Sehr erfreut war ich zunächst über den Besuch meiner lieben Freundin Katja. Im Dreiergespann mit Lea haben wir wunderschöne Tage verbracht und es war so schön, dass die Stimmung sofort wieder vertraut und ausgelassen zugleich war. Ich habe es genossen mit den Beiden zu lachen, rumzualbern, zu kochen und so verstrich die gemeinsame Zeit leider viel zu schnell.
Aber dennoch haben wir einiges unternommen: Wir haben die Stadt bei schönstem Wetter erkundet und waren spontan auf der anderen Seite des Flusses Tejo, um uns den überdimensionalen Jesus anzuschauen, der dort über der Stadt thront. Wir haben auch zwei Ausflüge in die Umgebung von Lissabon nämlich nach Cascais und nach Sintra unternommen und natürlich hatte Katja eine ihrer tollen Kameras dabei, sodass die Bilder eigentlich für sich sprechen...
Alle Bilder im folgenden Abschnitt sind von der lieben Katja, hier könnt ihr noch mehr Bilder von ihrer Zeit in Lissabon sehen:
http://katja-detail.blogspot.de/2015/03/portugal-digital-analogous-1.html
http://katja-detail.blogspot.de/2015/03/portugal-digital-analogous-2.html
http://katja-detail.blogspot.de/2015/04/portugal-digital-analogous-3.html

























Die Zeit vor den Osterferien war leider nicht nur entspannt. Wie ich in meinem letzten Blogeintrag schon berichtete, musste ich mir ein neues Zimmer suchen. Ich durchwühlte tagelang alle möglichen Internetseiten und schaute mir unzählige Wohnungen an, doch es hat sich als furchtbar schwer erwiesen, etwas nach meinen Vorstellungen zu finden. Ich war so verzweifelt, dass ich bei einer Wohnung zugesagt habe, die mir eigentlich überhaupt nicht gefallen hat. Mit dem Gedanken „Es sind ja nur drei Monate.“, versuchte ich mich immer wieder selbst davon zu überzeugen, dass ich das schon meistern würde. Ich habe mich dann aber so schlecht mit dieser Entscheidung gefühlt, dass ich wieder abgesagt hatte. So stand ich dann da, einen Tag vor dem gesetzten Ultimatum und noch immer keine Wohnung. Ein Freund von mir hatte mir erzählt, dass ein Freund von ihm ein freies Zimmer zur Miete frei hätte. Leider lag es preislich nicht in meinem Budget. Glücklicherweise hat er dann aber noch einmal mit seinem Freund gesprochen und hat für mich einen Freundschaftspreis erreicht. Ich fühle mich zwar nicht so wohl damit, dass ich nicht den eigentlichen Preis für die Wohnung zahle, aber ich muss dennoch sagen, dass ich sehr, sehr froh darüber bin, dass ich dieses Zimmer bekommen habe, weil es vom Wohlfühlfaktor meilenweit von den restlichen Wohnungen entfernt liegt.

Sehr intensiv waren für mich die letzten zwei Wochen. Thea hatte mir vor einiger Zeit erzählt, dass sie vor zwei Jahren den Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela gegangen war. Schon an dem abend, als sie mir davon erzählte, stand für mich fest: Das mache ich auch!
Und so kam es, dass ich meine Osterferien, nachdem ich die Zusage für die neue Wohnung hatte, nutze, um diesen Gedanken in die Tat umzusetzen. Meine liebe Lea ist mit mir mit dem Zug nach Porto gefahren, wo wir in einem super Hostel untergekommen sind und dann haben wir noch einen wunderschönen Mädchentag in Porto verbracht. Ich habe aufs Neue gemerkt, dass ich regelrecht verliebt in diese Stadt bin. Sie hat einen ganz anderen Charakter als Lissabon und ich bin wieder begeistert gewesen von der Atmosphäre dieser Stadt. Nach einem recht feuchtfröhlichen Abend in portugiesischer Gesellschaft ging es dann am nächsten morgen leicht verkatert und bei Nieselregen los auf den „Caminho portugues“ des Jakobsweges.
Ich bin zusammen mit Lea die ersten Stunden gelaufen und es war sehr schön für mich, dass ich meinen Start in dieses kleine Abenteuer nicht alleine meistern musste. So sind wir eine ganze Weile am Fluss Douro entlanggelaufen, bis dieser schließlich ins Meer mündet.
Beim Abschied von Lea hatte ich ein etwas mulmiges Gefühl im Bauch – nun war ich also alleine.
Die ersten drei Tage bin ich allein gelaufen. Jeden Tag sechs bis acht Stunden, zwischen 25 und 30 Kilometer. Immer am Meer entlang, ich allein. Es war ein Gefühl der Freiheit, ich habe meine Uhr abgelegt, habe die Maresia- die Seeluft gespürt, Musik gehört und mein ganz eigenes Tempo gefunden. Zwischendurch bin ich auch mal ein Stückchen mit zwei portugiesichen Pilgerinnen aus Porto gelaufen. Abends habe ich meistens die selben Leute in den Pilgerherbergen getroffen, sodass wir uns über den Weg austauschen konnten und auch gemeinsam Essen und Weintrinken.
Ab dem dritten Tag wurde es dann wild. Da habe ich eine Gruppe von fünf Studenten aus Coimbra kennen gelernt und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Noch am gleichen Abend haben wir beschlossen, den nächsten Tag gemeinsam zu laufen. Die Stimmung in dieser Gruppe hat mir sehr, sehr gut gefallen. Es wurde lauthals und schief gesungen, viel gelacht, stramm gelaufen, aber auch viel pausiert und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Die Zeit verstrich, sodass aus einem gemeinsamen Tag, zwei, drei und schließlich der ganze Weg bis nach Santiago de Compostela wurde. In den Pilgerherbergen wurde ich manchmal scherzhaft die Henne im Hahnenkorb genannt.
Nach einigen Tagen hatte ich ziemliche Blasen an den Füßen und das Laufen war zwar anstrengend, aber mit den Jungs ist die Zeit so schnell vergangen, dass ich die Schmerzen sehr gut ertragen konnte und nicht einmal den Gedanken hatte, aufzugeben. Das Wetter ist von dem anfänglichen Nieselregen immer weiter aufgehellt und in den letzten Tagen war es einfach nur noch heiß. Da waren wir dankbar, wenn wir auf Quellen im Wald stießen, um uns zu erfrischen und im Schatten unser Mittagspicknick machen konnten.
Abends haben waren wir meistens ziemlich knülle und haben uns dann in der jeweiligen Ortschaft das meistens ausgezeichnete Pilgermenü gegönnt. Der Wein floss dann auch meistens ganz gut, sodass wir das Pilgermotto „No vinho - no caminho“ voll erfüllten.
Als wir dann in Santiago de Compostela angekommen sind, konnten wir die Atmosphäre der Stadt leider gar nicht so richtig gemeinsam genießen. Wir hatten erfahren, dass die Bahn über Ostern streikte und so mussten sich die Jungs um eine Rückfahrt noch am selben Abend kümmern und schneller als mir lieb war, stand ich am Bahnsteig, um meinen Wegbegeleitern hinterherzuwinken.

Zum Glück hatte ich noch andere Pilgerbekanntschaften in der Herberge, sodass ich am Ostermontag nicht ganz alleine war. Aber etwas traurig war ich trotzallem.
Am Ostermontag bin ich dann nach einer zehnstündigen Busfahrt wieder in good old Lisboa angekommen und habe, zusammen mit Diana, noch am gleichen Abend meine ganzen Sachen von der alten Wohnung in die neue gebracht.

Die letzten Tage habe ich viel zu Hause verbracht und habe meine Sachen ausgepackt und mich ausgeruht. Es lohnt sich kaum in die Uni zu gehen, weil dann doch kaum jemand da ist und die Zeit ausschließlich zum schreiben der Arbeiten gedacht ist, die wir schon fertig haben. Diese Tage, an denen wir nur in die Uni gehen, um mit unserer Unterschrift zu dokumentieren, dass wir da waren, frustrieren mich ein wenig. Aber dafür habe ich dadurch momentan viel Freizeit.

Ich grüße euch alles herzlich!
Eure Tabea


Eindrücke von Porto





Bei Nieselwetter starten wir ins Pilgerabenteuer


Immer am Meer entlang





Mit diesen zwei Portugiesinnen bin ich ein ganzes Stück gelaufen
Der erste Tag mit "meinen" Jungs
Die Brücke zwischen Portugal und Spanien
Eine andere Pilgergruppe, die wir immer wieder getroffen haben

Endlich geschafft: die Kathedrale in Santiago de Compostela
Stolz präsentieren wir unsere Pilgerausweise



Meine neue Adresse:
Avenida Almirante Reis 17, 6
11500 - 008 Lisboa

Ich wohne in dem mittleren Haus ganz oben links.

Der Blick von unserem kleinen Balkon.



das Wohnzimmer
mein Zimmer

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